01.02.2015 Zusammenschluss von XING & Jobbörse.com: Logischer Schritt statt Bing Bang

Am 22.01.2015 war XING in den Schlagzeilen mit der Neuigkeit über den Kauf der größten Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum. Jobbörse.com aggregiert aus über 1,50 Mio. Websites Stellenangebote. Mit dem Merge sichert sich XING Zugriff auf die innovative Suchtechnologie. Eine Revolution oder einfach nur konsequente Folge in der XING Strategie gegenüber den Usern und Shareholdern? Was dürfte der Zusammenschluss für die Praxis der Jobsuche und Kandidatenrekrutierung bedeuten?

Passt exakt zu XING’s Claim „Next Level Recruiting“

Für mich ist der Schulterschluss von XING und Jobbörse.com keine Überraschung, sondern der folgerichtige nächste Schritt in der Strategie von XING: ihre gut 8 Millionen Mitglieder im Kernmarkt D-A-CH darin zu unterstützen, ein erfüllendes Berufsleben zu führen.

Während in den Kindertagen des Internet Unternehmen ihre Jobs in Stellenbörsen ausschrieben, gingen in der Folgephase die Personalentscheider in Social Networks auf die Jagd nach passenden latent Job suchenden Kandidaten. Die längst begonnene Reifephase des Internet-Recruiting ist gekennzeichnet von Aggregation und Matching.

Die Vorreiter-Rolle gebührt anderen

Dass XING diese Technologien konsequent implementiert, ist weder revolutionär im Recruiting-Markt noch neu innerhalb der XING-Welt: Die großen Player machen’s seit 2014 vor – z.B. LinkedIn mit den „Limited Listings“ und Monster mit „Talent Bin“. Der XING Talentmanager schlägt Recruitern seit Herbst 2013 automatisiert passende Kandidatenprofile für ihre hochgeladenen Jobprofile vor. Durch die Integration der 2,5 Mio. Stellenangebote, die  Jobbörse.com aggregiert, kann XING im nächsten Schritt zum großen Roll-out im Matching übergehen: Vollautomatisiert kann XING Usern eine große Menge für sie relevanter Jobs vorschlagen.

Job- und Kandidatensuche künftig „im Vorbeigehen“ meistern?

Für die Zukunft des Recruiting und der Jobsuche bedeutet dies: Herausforderung ist nicht länger das Suchen oder Finden des passenden Counterparts – das nimmt uns die Technik ab. Vielmehr kommt es künftig mehr denn je darauf an, das Interesse des Umworbenen zu wecken. Meine Praxis an der Recruiting-Front im Austausch mit Personalentscheidern und Kandidaten zeigt: Noch immer ist etlichen Recruitern der „verkäuferische Aspekt“ in der Kandidatensuche fremd. Dabei ist es elementar wichtig, im Erstkontakt den „richtigen Köder“ auszulegen, damit die Kandidaten „anbeißen“. Doch nicht nur die Personalentscheider müssen besser werden im „Sich-Vermarkten“. Auch Bewerber sind gefordert, abzukehren von oberflächlichen Bewerbungsanschreiben oder Kontaktanfragen in Social Networks wie XING.